Mit Kind nach Sri Lanka - Highlights und Reiseroute

Mit Kind nach Sri Lanka – Highlights und Reiseroute

Sri Lanka. Dieser wunderschöne asiatische Inselstaat im Indischen Ozean – nicht einmal so groß wie Bayern – vereint alles in sich, was es für einen unvergesslichen Urlaub braucht: paradiesische, touristisch (noch) nicht überlaufene Strände, tropische Wärme das ganze Jahr über und 29 Grad Wassertemperatur. Kulturelle und authentische Einblicke in das Leben der Bewohner, in den Buddhismus und Hinduismus mit seinen Tempeln und Traditionen sowie gigantische Weltkulturerbestätten. Eine reiche Tierwelt – und zwar nicht nur in den Nationalparks: Affen, Elefanten, Flamingos, Flughunde, Leoparden, Vögel, Wasserbüffel, Warane, Wale und vieles mehr gibt es aus der Nähe zu bestaunen. Und natürlich: Spektakuläre Landschaften – von der Küste mit ihren Traumstränden, über das grüne Inselinnere mit seinen Dschungeln und Reisfeldern bis zu den Teeplantagen im angenehm kühlen Hochland der Insel.

Gründe genug, dass wir im März 2018 unsere Sachen und unseren 5-jährigen Sohn Finn gepackt und eine Reise in dieses wunderbare grüne Land gebucht haben. Ursprünglich war die Idee, ein reines (bezahlbares) Badeziel für März zu finden. So sind wir auf Sri Lanka gestoßen. Da die Insel aber einfach auf kleinstem Raum so viel zu bieten hat und man ein solches Land nicht bereisen sollte, ohne etwas davon gesehen zu haben, wurde aus dem reinen Badeurlaub doch eine Kombi aus Rundreise und Baden. Eine gute Entscheidung – wie sich zeigen sollte.

Sri Lanka mit Kind

Kurz und knapp: Sri Lanka ist wunderbar mit Kind zu bereisen. Natürlich sollte man den Reiseplan an die Bedürfnisse und das Alter des Kindes anpassen. Es gibt für Klein und Groß vieles zu sehen und zu bestaunen – und so waren wir auf Safaris, haben Wale und Delfine beobachtet, alte Tempel besucht, sind auf Lagunen geschippert und im Zug durchs Hochland gefahren, haben Felsen bestiegen und kleinere, auch für unseren 5-Jährigen gut machbare Wanderungen und Klettertouren unternommen. Natürlich waren wir auch viel im Pool und am Strand und sind im badewannenwarmen Wasser über die Wellen gesprungen. Für uns eine ideale Kombination aus Abenteuer und Entspannung.

Die Menschen in Sri Lanka sind wahnsinnig freundlich, hilfsbereit und kinderlieb. Unser Sohn, der Fremden gegenüber doch recht scheu ist, war die Aufmerksamkeit ihm gegenüber sogar manchmal zu viel, da alle ihn angesprochen haben, mit ihm shakern oder mal sein blondes Haar berühren wollten .

Essen in Sri Lanka

Ich werde in einem weiteren Blogbeitrag noch die wichtigsten Infos und Tipps zur Insel, zu den Reisevorbereitungen, zum Thema Gesundheit, Klima und Essen für euch sammeln. Aber soviel vorab in Kürze: Finn hat das Essen geliebt und er ist eigentlich ein ziemlich skeptischer Esser und probiert nicht so gerne Neues. Aber Reis, Kokosraspeln und Naan-Brot fand er super und als er gesehen hat, dass dort traditionell mit Händen gegessen wird, hatte er die fremde Esskultur sofort ins Herz geschlossen . Die scharfen Soßen haben wir für Finn ganz einfach weg gelassen. Und auch wenn Sri Lanka wohl eines der wenigen Länder ist, die noch ohne einen McDonald’s auskommen, findet man doch in den Städten und auf den Speisekarten und Buffettischen der Hotels auch internationale Speisen wie Nudeln, Pommes und Pizza. Wir persönlich fanden das einheimische Essen grandios, die internationalen Gerichte haben uns hingegen oftmals nicht so sehr geschmeckt. Aber 16 Tage lang Curry und Reis war dann auch nicht so ganz nach unserem Geschmack.

Sri Lanka mit Kind – gesundheitliche Bedenken

Gesundheitlich hatte ich vorab einige Bedenken und ich habe mich daher umfassend zum Thema Malaria, Dengue und Tollwut informiert. Dazu werde ich in meinem nächsten Beitrag auch noch Genaueres schreiben. Seit 2009 ist Sri Lanka malariafrei, eine Prophylaxe daher nicht nötig. Trotzdem sollte man sich durch passende Kleidung und Mückenschutz vor Moskitostichen schützen, denn wie in allen tropischen Regionen gibt es auch in Sri Lanka Fälle von Dengue Fieber. Eine Übertragung ist für Touristen sehr unwahrscheinlich und ganz besonders außerhalb der Regenzeiten. Trotzdem sollte man natürlich gerade mit Kind hier kein Risiko eingehen und daher lange, imprägnierte Kleidung, Mückenschutz für die Haut und ein Moskitonetz im Gepäck haben. Das Gleiche gilt für die Tollwut-Gefahr und so sollte man seinem Kind vorab erklären, dass es die vielen streunenden Katzen und Hunde nicht streicheln darf. Wenn man diese Tipps beherzigt, dann spricht aus meiner Sicht absolut nichts gegen eine Familienreise.

Sri Lanka – Highlights und Reiseroute

Wir haben insgesamt 15 Nächte vor Ort verbracht, von der wir gut eine Woche durchs Land gereist sind. Hier seht ihr ein paar Impressionen unserer Reise durch Sri Lanka:

Gipfel des Little Adams Peak in Ella

Nach zwei Nächten zum Akklimatisieren in Negombo, etwa 20 Minuten Autofahrt vom Flughafen Colombo entfernt, waren wir zuerst sieben Tage in der südwestlichen Inselhälfte unterwegs, um dann noch sieben Tage am Strandhotel im Südwesten der Insel zu relaxen. Für uns war die Reiseroute ideal. Genauere Infos zu den Sehenswürdigkeiten lasse ich euch gerne auf Anfrage zukommen und vielleicht werden sie auch Bestandteil der nächsten Blogbeiträge .

Hier unsere sehr empfehlenswerte Reiseroute und unsere ganz persönlichen Highlights…

Ort Hotel-Kosten für 3 Personen
pro Nacht
Highlights
Negombo
(2 Nächte)
Binnacle Negombo
60 € inkl. Frühstück
mit Pool
  • Strandspaziergänge am breiten Sandstrand
  • Bootsfahrt auf der Negombo Lagune
  • Besuch Fischmarkt
Pinnawala
(1 Nacht)
Hotel Pinnalanda
67 € inkl. Frühstück
  • Hotel direkt am Fluss, in dem die Elefanten baden
  • Besichtigung Elefantenwaisenhaus (Anm. s. unten)
  • Besichtigung Gewürzgarten
Habarana
(2 Nächte)
The Nature Park Villa
45 € inkl. Frühstück
  • Besuch der Dambulla Höhlentempel
  • Besteigung des Löwenfelsen Sigiriya Rock
  • Fahrradtour durch die antiken Ruinen in Polonnaruwa
  • Ochsenkarren- & Katamaranfahrt im Dorf Hiriwadunna
  • Essen mit Einheimischen
  • Jeep-Safari im Minneriya National Park
Nuwara Eliya
(1 Nacht)
Thuruliya Lodge & Coffee Shop
50 € inkl. Frühstück
  • Besuch der Stadt Kandy
  • Zugfahrt von Kandy nach Nanuoya durch das Hochland
  • Besichtigung einer Teeplantage
Tissamaharama
(1 Nacht)
Hotel Chandrika
70 Euro inkl. Frühstück
mit Pool
  • Besteigung des Little Adams Peak in Ella
  • Besuch der Ravana Falls mit Bademöglichkeit
  • Jeep-Safari im Yala oder Udawalawe National Park (Anm. s. unten)
Galle
(1 Nacht)
Thaproban Beach House
75 Euro inkl. Frühstück
  • Beobachtung der Stelzenfischer
  • Entspannen an den Stränden Mirissa und Unawatuna
  • Besichtigung der Festungsstadt Galle
  • Wal- und Delfinbeobachtung
  • Schildkrötenaufzuchtstation
Beruwala
(7 Nächte)
Eden Resort & Spa
210 Euro All Inclusive
mit Pool
  • Entspannung! Entspannung! Entspannung!
  • Zimmer direkt am Pool und der Poolbar
  • Eines der wenigen All Inclusive Hotels (Anm. s. unten)
  • Unmittelbar am schönen, breiten, feinsandigen Strand
  • Bootstour Mangrovenwälder auf dem Fluss Bentota

In der ersten Woche waren wir übrigens mit Off2SriLanka unterwegs und wir können das Unternehmen wärmstens jedem weiter empfehlen, der eine ganz private Tour mit Auto und Fahrer buchen möchte. In Sri Lanka übrigens gsnz normal und super günstig. Unser Guide Asiri war einfach spitze und konnte uns viel über sein Land erzählen und an Orte bringen, die uns sonst verborgen geblieben wären. Wir haben ihn sehr ins Herz geschlossen.

Zur o.g. Route noch einige Anmerkungen:

Leider konnten wir Galle und die Schildkrötenaufzuchtstation nicht besichtigen, da es meinem Mann an dem Tag gesundheitlich nicht so gut ging. Dennoch wollte ich sie in der o.g. Auflistung unterbringen, da sie wirklich sehr sehenswert sein sollen.

Hier noch drei Anmerkungen, was wir bei unserer Reise anders machen würden: zum einen würden wir das Elefantenwaisenhaus in Pinnawala, eine Schutzstation für verwaiste und verletzte Elefanten, nicht mehr besuchen. Obwohl Elefanten in Sri Lanka unter Schutz stehen, kommt es immer wieder zu Tötungen, weil zum Beispiel Bauern ihre Felder vor den Dickhäutern schützen möchten. In Sri Lanka gibt es inzwischen mehrere Einrichtungen, in denen verwaiste Elefanten aufgenommen werden, deren Muttertier getötet wurde – Pinnawala ist eine von ihnen. Außer verwaisten Jungtieren nimmt Pinnawala (auch Pinnawela genannt) verwundete ausgewachsene Elefanten auf, darunter Opfer des Bürgerkriegs oder der Jagd nach Elfenbein. Intention des 1975 gegründeten Waisenhauses war immer der Artenschutz, da die Bestände an Elefanten wegen der Einengung ihres Lebensraums auf der Insel stark rückläufig waren.

Das klingt alles soweit sehr gut und ganz im Sinne des Tierschutzes, und natürlich war es für Finn toll die Elefanten so hautnah zu erleben. Trotzdem bin ich nicht sicher was ich von dem Ganzen halten soll. Unser Guide erzählte uns, dort werden nur die Tiere aufgezogen, die in freier Wildbahn nicht überleben können. Anderen Berichten zufolge werden in Sri Lanka Elefanten von ihren Muttertieren gewaltsam getrennt und gefangen genommen, um den Bedarf an touristischem Spektakel zu decken. Das habe ich dann allerdings erst nach unserem Besuch gelesen und ich weiß natürlich nicht, ob das in Pinnalanda auch der Fall ist oder nur in den Camps, die mit Elefantenreiten und -baden ein Geschäft machen. Tatsächlich sind Elefanten in Sri Lanka allgegenwärtig – und teilweise sieht man sie an Ketten geführt die Straße entlang laufen. Wir haben nicht gesehen, dass die Elefanten in Pinnawala schlecht behandelt wurden. Ein paar Bullen wurden aber auch hier aus Sicherheitsgründen an Ketten zum Fluss geführt. Andere Elefanten liefen frei. Die Elefanten werden mehrmals täglich zum baden an den Fluss gebracht. Es kam mir vor, als hätten es die Elefanten in dieser Hinsicht besser als in deutschen Zoos, denn sie hatten sichtlich Spaß dabei. Die Fütterung selbst war sehr touristisch und man kann sie sich meines Erachtens sparen. Ich finde es auch bedenklich, wenn Touristen Elefanten mit der Milchflasche füttern dürfen – und wir haben das lieber nicht finanziell unterstützt. Aber klar, irgendwie muss sich das Waisenhaus ja finanzieren. Wobei die Eintrittspreise für Touristen auch so schon recht happig sind.

Eine weitere staatliche Institution Sri Lankas zur Versorgung verwaister Elefantenbabies befindet sich übrigens am Rande des Udawalawe Nationalparks im Süden des Landes, das Ath Athuru Sevana Transit Home. Die dort betreuten Jungtiere sind zur Auswilderung bestimmt, während die Elefanten in Pinnawela nicht in die Freiheit zurück können. Die Argumente der Betreiber: Sie haben sich so sehr an Menschen gewöhnt, dass sie wieder ihre Nähe suchen und so mit hoher Wahrscheinlichkeit in freier Wildbahn nicht überleben würden. Immerhin: Elefantenritte werden in Pinnawela nicht angeboten, sondern nur in den benachbarten kleineren Camps. Für mich ist das ein No Go. Ehrlich gesagt würden wir das Waisenhaus aufgrund der gemischten Gefühle auslassen, wenn wir die Reise nochmal zu planen hätten. Dann lieber die Elefanten in freier Wildbahn beobachten. Dazu gibts in Sri Lanka Gelegenheit genug. Letztlich muss das aber jeder für sich entscheiden. Das Hotel Pinnalanda liegt natürlich unglaublich toll. Beim Frühstück kann man den Elefanten beim plantschen zusehen. Ein Besuch der Fütterung und des Badens im Waisenhaus erübrigt sich da eigentlich sowieso. Vom Service im Hotel sollte man allerdings nicht zuviel erwarten und die Preise fürs Abendessen sind mit Deutschland zu vergleichen, für Sri Lanka also astronomisch hoch.

Darüber hinaus können wir die o.g. Gästehäuser übrigens durchweg weiter empfehlen. Aber auch dazu später mehr.

Zum Anderen würden wir uns aus zwei Gründen bei einer erneuten Reise eventuell nicht mehr für ein All Inclusive Hotel entscheiden. Das Positive vorweg: Das Eden Resort & Spa ist ein wunderschönes Hotel, mit toller Pool- und Restaurantlandschaft, direkt am wunderschönen Sandstrand gelegen. Service wird hier ganz groß geschrieben und das Personal ist überaus freundlich, hilfsbereit und macht alles möglich, um seinen Gästen einen unvergesslichen Urlaub zu bereiten. Zwei Gründe sprechen für uns gegen das All Inclusive Hotel. Zum einen hat uns das Essen nicht ganz so gut geschmeckt, besonders die internationalen Speisen waren allenfalls nicht mehr als “ok”. Zum anderen lohnt es sich für Sri Lanka nach unserer Erfahrungen nicht wirklich, den Mehrpreis für All Inclusive zu zahlen. Daher gibt es wahrscheinlich auch so wenige Hotels auf der Insel, die diese Rundum-Verpflegung anbieten. Für uns war es eher ein Bequemlichkeitsaspekt, warum wir uns dafür entschieden haben. Wir wollten uns in der letzten Woche unseres Urlaubs rundum entspannen und uns um nichts kümmern müssen. Dazu gehörte für uns auch, dass wir mittags und abends nicht auf die Suche nach guten Restaurants gehen wollten, sondern ganz bequem und bargeldlos zwischen Pool, Strand, Hotelzimmer und Restaurant hin und herwechseln konnten. Finanziell lohnt es sich allerdings eher, sich ein Hotel an einem Strandabschnitt auszusuchen, der verschiedene Restaurants beherbergt und dann raus zu gehen aus dem Hotel und in einer der Strandbuden zu essen. Denn erfahrungsgemäß sind in vielen Hotelrestaurants die Preise für sri-lankische Verhältnisse etwas überzogen.

Zu guter Letzt würden wir vielleicht eher zum Yala-Nationalpark fahren statt zum Udawalawe. Wir wollten auf unserer Reise zwei Nationalparks besuchen und hatten uns für den Minneriya National Park und den Udawalawe Nationalpark entschieden. Beide sind landschaftlich wunderschön und sind von daher auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt außerdem unzählige Elefanten aus nächster Nähe zu bestaunen. Wer aber eine große Tiervielfalt jenseits von Elefanten sucht, der ist glaube ich im Yala Nationalpark besser aufgehoben, in dem es mit etwas Glück sogar Leoparden zu bestaunen gibt. Von unseren Safaris in Südafrika waren wir eine sehr große Artenvielfalt gewöhnt und sind daher wohl mit falschen Erwartungen in die beiden Parks gefahren. Dennoch sind wir froh, sie besucht und die atemberaubende Landschaft mit ihren wilden Elefanten genossen zu haben.

Fazit unserer Reise nach Sri Lanka

Wir würden die Reise nach Sri Lanka jederzeit wieder machen – auch und ganz besonders mit Kind. Die Insel ist einfach rundum ein Traum und wir haben so viele eindrucksvolle Erlebnisse noch auf keiner Reise zuvor gesammelt. Eigentlich steuern wir ja selten zweimal dasselbe Reiseziel an, da wir möglichst viel entdecken und erleben möchten auf diesem wunderschönen Planeten. Aber bei Sri Lanka können wir uns das tatsächlich vorstellen. Vielleicht geht es das nächste mal ja in den Nord-Osten der Insel?!

Also, falls euch das Reisefieber gepackt hat, nichts wie los. Oder ward ihr sogar auch schon dort und geratet gemeinsam mit mir ins Schwärmen?

Gerne könnt ihr mich auch kontaktieren oder hier fleißig kommentieren, falls ihr weitere Fragen habt oder ich irgendeine wichtige Info vergessen haben sollte.